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Rom im Herbst: So besuchst du die Ewige Stadt klug und verantwortungsvoll

Seien wir ehrlich: Wir alle haben schon Fotos vom Trevi-Brunnen oder Kolosseum gesehen, auf denen statt der antiken Steine vor allem die Hüte und Selfie-Sticks anderer Touristen zu sehen waren. Wenn du schon einmal im Juli bei 38 Grad auf heißem Asphalt versucht hast, dir deinen Weg durch die Menschenmassen in Rom zu bahnen, weißt du genau, dass Reisen von der Bucket List manchmal eher einem Überlebensabenteuer gleichen als der Erholung deiner Träume.

Aber was wäre, wenn ich dir sagen würde, dass es ein Rom gibt, wo die Sonne noch angenehm wärmt, du nicht stundenlang in der Hitze vor Museen anstehen musst und der Kellner in der Osteria an der Ecke Zeit hat, dir zu erklären, woraus eine echte Carbonara gemacht wird?

Dieses Rom gibt es im Herbst. Und das Beste daran ist, dass du nicht nur dir selbst, sondern auch der Stadt etwas Gutes tust, wenn du zu dieser Zeit reist.

Der Zauber der „Ottobrate Romane“ – Wenn die Stadt endlich aufatmet

Die Römer haben ein eigenes Wort für diese magischen, milden Herbsttage, an denen das goldene Sonnenlicht die mit Efeu bewachsenen antiken Fassaden erleuchtet: das ist die ottobrate romane. Im Oktober und November verschwindet die drückende Sommerhitze, der Strom der Touristenbusse ebbt ab, und die Ewige Stadt findet zu ihrem ursprünglichen Rhythmus zurück.

Aus Reisesicht ist ein Besuch außerhalb der Hauptsaison – die sogenannte shoulder season – die einfachste und angenehmste Form des nachhaltigen Tourismus. Du musst auf nichts verzichten, was dich nach Rom zieht. Du reist einfach zu einer Zeit, in der die lokale Infrastruktur nicht überlastet ist. So trägst du nicht zur sommerlichen Überfüllung bei, sondern unterstützt die lokalen Unternehmer in der Nebensaison.

Der Zauber der „Ottobrate Romane“ – Wenn die Stadt endlich aufatmet

Wie du die Menschenmassen bei den Hauptattraktionen umgehst

In Rom sind die größten Stressfaktoren und Chaosquellen das Anstehen vor Ort und skrupellose Ticketverkäufer. Zum Glück kannst du das komplett vermeiden, wenn du ein wenig vorausschauend planst.

Für das Kolosseum oder die Vatikanischen Museen lohnt es sich auf jeden Fall, im Voraus Zeitfenster-Tickets über offizielle oder renommierte internationale Plattformen zu buchen. Das spart dir nicht nur stundenlanges Anstehen, sondern hilft auch, die Denkmäler zu schützen, da durch Besucherlimits eine Überfüllung der Innenräume vermieden wird.

Bei den Hauptattraktionen ist außerdem das Timing entscheidend. Den Trevi-Brunnen oder das Pantheon solltest du nicht tagsüber während des größten Andrangs besuchen. Gehe früh morgens vor acht Uhr hin, wenn die Stadt gerade erst erwacht, oder spät abends, wenn die Lichter eine zauberhafte Atmosphäre schaffen. Die restliche Zeit kannst du die 80/20-Regel anwenden: Nach den ikonischen Sehenswürdigkeiten verlasse einfach die Hauptstraßen.

Wie du die Menschenmassen bei den Hauptattraktionen umgehst

Verlasse die touristische Blase!

Das wahre Herz Roms liegt nicht in den mit Souvenirläden gesäumten Fußgängerzonen, sondern zwei Straßen weiter. Im Viertel Monti in der Nähe des Kolosseums oder in der Gegend Testaccio auf der anderen Seite des Flusses pulsiert im Herbst das echte lokale Leben. Hier findest du in kleinen Läden echte handgefertigte Produkte, und dein Geld geht direkt an die Familien, die hier seit Generationen leben.

Das Gleiche gilt für die Gastronomie. Der Herbst ist eine der reichhaltigsten und schmackhaftesten Jahreszeiten der römischen Küche. Es ist die Zeit, in der frisch gepflückte Waldpilze, darunter die aromatischen Steinpilze (funghi porcini), auf die Speisekarten kommen, die Straßenstände mit heißen gerösteten Kastanien (castagne) auftauchen und die Saison für frisch gepresstes Olivenöl von Kleinbauern beginnt.

Meide Orte, an deren Eingang Kellner mit bebilderten Speisekarten Touristen anlocken, und setze dich in eine familiäre Trattoria, wo am Nachbartisch Italienisch gesprochen wird. Bestelle eine Schüssel hausgemachte Pasta mit Pilzen oder ein saisonales Ragout mit einem Glas lokalem Rotwein aus der Region Lazio! Das Essen wird um ein Vielfaches besser schmecken, du zahlst keinen Touristenaufschlag, und mit der Wahl lokaler, saisonaler Zutaten schonst du auch die Umwelt.

Verlasse die touristische Blase!

Das beste Verkehrsmittel: Deine eigenen Füße

Das historische Zentrum Roms ist überraschend kompakt. Die meisten berühmten Gebäude, Plätze und Brunnen sind in einem gemütlichen 15- bis 20-minütigen Spaziergang voneinander entfernt. Zu Fuß unterwegs zu sein, verursacht nicht nur null Emissionen, sondern so entdeckst du auch versteckte Innenhöfe, kleine Kirchen und charmante Cafés, die in keinem Reiseführer stehen.

Wenn du jedoch weiter entfernte Ziele ansteuern möchtest, nutze die Metro oder die Straßenbahn und wähle die digitale, kontaktlose Bezahlung mit Bankkarte statt Papiertickets.

Du musst Rom also nicht auslassen, um ein verantwortungsvoller Reisender zu sein. Der Herbst bietet dir die Möglichkeit, die Ewige Stadt in einem langsameren Tempo, bei besserem Wetter und mit echten Erlebnissen zu entdecken – genau so, wie sie es verdient.

Das beste Verkehrsmittel: Deine eigenen Füße

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