Burg Boldogkő
Zwischen den sanften Gipfeln des Zemplén-Gebirges, hoch über dem Hernád-Tal, erhebt sich die Burg Boldogkő auf einem schmalen, drachenrückenartigen vulkanischen Felsgrat. Die auf dem Fels des Bodókő-Berges thronende Festung fasziniert Reisende nicht nur mit ihren robusten Steinmauern und der ikonischen Holzbrücke, sondern auch mit den uralten Legenden, in denen sich Geschichte und Fantasie unmerklich verweben.
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- Kostenlose Parkplätze im Freien verfügbar
- Kostenlose Busparkplätze vorhanden
Die Geschichte der Burg und ihre fürstliche Vergangenheit
Die Burg Boldogkő nahm in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts während der großen Wellen des Burgenbaus nach dem Mongoleneinfall Gestalt an. Der strategisch wichtige Felsvorsprung diente der Überwachung der Handels- und Militärwege im Hernád-Tal. Im Laufe der Jahrhunderte wechselten sich bedeutende ungarische Adelsfamilien – die Drugeths, die Bebeks und die Zichys – an der Spitze der Burg ab. Während des Rákóczi-Freiheitskampfes war die Festung als Zuflucht der Kuruzzen bekannt, wurde jedoch teilweise von kaiserlichen Truppen gesprengt. Restaurierungsarbeiten im 21. Jahrhundert gaben der Burg ihren alten Glanz zurück und erweckten die einstige Würde der mittelalterlichen Mauern zu neuem Leben.
Land der Legenden: Die Sage der Neun Mädchen und der Sieben Feen
Die Einheimischen glauben, dass die Burg nicht nur durch die Werkzeuge der Maurer, sondern auch durch die Kraft von Liebe und Zusammenhalt errichtet wurde. Die bekannteste Sage reicht zurück in die blutigen Tage des Mongolensturms.
Als König Béla IV. nach der verlorenen Schlacht bei Muhi flüchten musste, fand ihn ein Leibeigener namens Bodó, der mit Trockenfrüchten handelte, an der Grenze von Aszaló. Bodó versteckte den König in einem dunklen Keller unter seinem Haus und täuschte die ihn verfolgenden mongolischen Krieger, indem er sich taub stellte und auf ihre Fragen nur unverständliche Antworten brüllte. Als die Gefahr vorüber war, schenkte der König Bodó aus Dankbarkeit die umliegenden Berge, jedoch unter einer strengen Bedingung: Er sollte dort eine Burg errichten, die dem Land Schutz bietet.
Bodó hatte jedoch kein Geld für den Burgenbau, aber er hatte sieben wunderschöne Töchter: Maska, Fruzsina, Katalin, Erzsébet, Vaska, Dorottya und Ahata. Die Mädchen schworen, nicht zu heiraten, bis ihre Freier sich verpflichteten, jeweils ein Jahr lang an der Errichtung der Burg auf dem Berggipfel zu arbeiten. Aus den benachbarten Regionen kamen bald tapfere Männer, und gemeinsam errichteten sie in sieben Jahren die stolze Festung.
Als die letzte Mauer fertiggestellt war, besuchte König Béla IV. die vollendete Burg persönlich, wo gleichzeitig die Hochzeiten der sieben Mädchen gefeiert wurden. Beim Anblick der beeindruckenden Burg rief der König aus: „Von nun an soll diese Burg Boldogkő heißen, denn hier waren die sieben schönen Mädchen, die sieben Feen, am glücklichsten!“
Eine andere Sage erzählt von dem spektakulärsten Punkt der Festung, dem Löwenfelsen. Der Legende nach ist der Wachturm auf dem Felsen kein anderer als ein versteineter Märchenlöwe, den der Geist des Berges als Wächter aufgestellt hat, um bis ans Ende der Zeit über die Burg und das Tal zu wachen.
Erlebnispunkte und Ausstellungen innerhalb der Mauern
Beim Betreten der Burg taucht der Besucher in den Alltag des Mittelalters ein. Im restaurierten Palastflügel und in den Türmen befindet sich eine der größten Zinnfigurenausstellungen Mitteleuropas, die mit mehreren tausend detailreich gestalteten Figuren die entscheidenden Schlachten der ungarischen Geschichte darstellt.
Neben der Waffengalerie, dem Rittersaal, der Schmiede und der Burgkapelle ist der spannendste Moment des Besuchs die Eroberung der Holzbrücke, die über die schmale Spitze des Löwenfelsens führt. Beim Spaziergang entlang des Felsgrats verschwindet der Raum unter dem Reisenden, und am Ende des Grats eröffnet sich ein Panorama, für das einst die Burgfräulein und ihre tapferen Männer unermüdlich arbeiteten.
Nachhaltiger Tourismus und Anreise
Die Burg Boldogkő ist ein ideales Reiseziel für Anhänger eines sanften und verantwortungsvollen Tourismus. Das am Fuße der Burg gelegene Boldogkőváralja ist direkt mit dem Nationalen Blauen Wanderweg des Zemplén-Gebirges und dem regionalen Radwegenetz verbunden. Die Wanderer und Radfahrer, die durch die geschützten Wälder und Weinberge des Zemplén-Gebirges anreisen, bewahren die Ruhe der Landschaft und unterstützen gleichzeitig direkt den Erhalt der kleinen lokalen Gemeinde und ihre Bemühungen um den Schutz des kulturellen Erbes.
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