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100 Millionen Übernachtungen in zertifizierten Unterkünften im Jahr 2025 – die neueste nachhaltige Tourismusstudie von Booking.com ist da

Laut dem Booking.com-Bericht 2026 über den Stand des nachhaltigen Tourismus spiegeln sich verantwortungsvollere Reiseentscheidungen bereits deutlich in den globalen Buchungsdaten wider: Im Jahr 2025 wurden 100 Millionen Übernachtungen in Unterkünften gebucht, die über eine Nachhaltigkeitszertifizierung von Dritten verfügten. Die Zahl der zertifizierten Unterkünfte auf der Plattform stieg auf 28.000, was einem jährlichen Wachstum von 22 % entspricht. Dies zeigt, dass nachhaltiger Tourismus immer weniger ein Nischenanliegen ist und zunehmend zu einer zentralen Erwartung des internationalen Reisemarktes wird. An der Studie nahmen 32.500 Reisende teil.

Nachhaltiges Reisen im Jahr 2026: Laut dem Bericht von Booking.com läuten Klimaanpassung und bewusstere Entscheidungen eine neue Ära ein

Die Travel & Sustainability Report 2026 von Booking.com zeigt deutlich, dass nachhaltiges Reisen heute nicht mehr nur eine Werteentscheidung oder ein Kommunikationstrend ist, sondern einen zentralen Rahmen für den Alltag des Tourismus bildet. Die Studie macht darauf aufmerksam, dass Reisende zunehmend bewusstere und verantwortungsvollere Lösungen suchen, während die praktische Umsetzung von Nachhaltigkeit weiterhin eine Herausforderung bleibt. Klimawandel, extreme Wetterereignisse, Überfüllung und die Belastbarkeit lokaler Gemeinschaften sind Faktoren, die Reiseentscheidungen grundlegend beeinflussen.

Hintergrund der Studie

Der Bericht ist die 11. Studie dieser Art von Booking.com und basiert auf der Befragung von insgesamt 32.500 Teilnehmern in 35 Märkten. Diese internationale Stichprobe gibt einen umfassenden Einblick, wie Menschen im Jahr 2026 über nachhaltigeres Reisen denken, welche Absichten sie haben, welche konkreten Schritte sie planen und welche Hindernisse sie wahrnehmen. Ein zentraler Ausgangspunkt der Studie ist, dass 85 % der Befragten nachhaltigeres Reisen für wichtig oder sehr wichtig halten. Dies zeigt, dass das Thema weiterhin einen starken Wert in den Überlegungen der Reisenden darstellt, während laut Bericht weiterhin eine erhebliche Diskrepanz zwischen Absicht und tatsächlichem Verhalten besteht.

Das Generationen-Paradoxon

Eine der stärksten Erkenntnisse des Berichts ist das sogenannte Generationen-Paradoxon. Jüngere Generationen, insbesondere die Generation Z und die Millennials, geben deutlich häufiger an, im kommenden Jahr nachhaltiger reisen zu wollen. 75 % der Generation Z, 71 % der Millennials, 60 % der Generation X und 47 % der Babyboomer äußerten diese Absicht. Auf den ersten Blick scheint es also, dass jüngere Reisende die stärkste Basis für nachhaltigen Tourismus bilden.

Der Bericht zeigt jedoch auch, dass die Situation differenzierter wird, wenn es um konkrete Maßnahmen geht. Ältere Generationen zeigen sich in vielen praktischen Verhaltensweisen konsequenter. 67 % der Babyboomer planen, den Abfall während ihrer Reisen zu reduzieren, während dieser Anteil bei der Generation Z 48 % beträgt. 60 % der Babyboomer möchten ihren Energieverbrauch senken, verglichen mit 42 % der Generation Z. Beim Einkauf in lokalen Geschäften liegt der Anteil bei 59 % gegenüber 42 %, und für Reisen außerhalb der Hauptsaison sind es 63 % gegenüber 36 %. Dies deutet darauf hin, dass jüngere Generationen zwar stärker mit der Idee der Nachhaltigkeit sympathisieren, ältere Reisende jedoch oft stabilere Veränderungen in ihren Reisegewohnheiten vornehmen.

Gleichzeitig nehmen jüngere Generationen in bestimmten Bereichen tatsächlich eine Vorreiterrolle ein. 31 % der Generation Z und 29 % der Millennials nahmen im vergangenen Jahr an Programmen teil, die darauf abzielen, lokale oder indigene Kulturen kennenzulernen. Ähnlich hoch ist der Anteil bei Aktivitäten, die dem Naturschutz oder der Verbesserung des lokalen Ökosystems dienen. Dies deutet darauf hin, dass jüngere Reisende Nachhaltigkeit oft durch erlebnisorientierte, partizipative und gemeinschaftliche Formen angehen.

Extreme Wetterereignisse beeinflussen bereits direkt Reiseentscheidungen

Eine weitere zentrale Erkenntnis des Berichts ist, dass extreme Wetterereignisse das Reiseverhalten aller Altersgruppen beeinflussen. 74 % der Befragten berücksichtigen Wetterrisiken bei der Auswahl von Reisezielen und Reisezeitpunkten. 68 % meiden aktiv Orte, die für extreme Wetterbedingungen bekannt sind. 55 % gaben an, dass bestimmte Reiseziele inzwischen zu heiß geworden sind, um sie zu den ursprünglich geplanten Zeiten zu besuchen, und 31 % haben in den letzten 12 Monaten Reisen aufgrund von Wetterbedingungen oder Naturkatastrophen abgesagt oder geändert.

Diese Veränderung zeigt, dass Nachhaltigkeit heute nicht nur bedeutet, den eigenen ökologischen Fußabdruck zu reduzieren, sondern auch, sich an die Folgen des Klimawandels anzupassen. Laut Bericht gehören die zeitliche Planung von Reisen, die Suche nach weniger heißen oder weniger belasteten Zielen sowie das bewusste Vermeiden riskanter Zeiträume zunehmend zum nachhaltigen Tourismus. Auch die Angebotsseite nimmt dies wahr: 24 % der befragten Unterkunftspartner berichteten 2025 von Betriebsstörungen aufgrund extremer Wetterbedingungen.

Die Aufwertung ruhigerer und kühlerer Reiseziele

Laut dem Bericht von Booking.com sind immer mehr Reisende der Meinung, dass nachhaltigeres Reisen nicht nur die Wahl der Verkehrsmittel oder Konsumgewohnheiten betrifft, sondern auch, wann und wohin man reist. 43 % der Befragten planen, überfüllte Reiseziele zu meiden, was einen deutlichen Anstieg im Vergleich zum Vorjahr darstellt. 42 % möchten außerhalb der Hauptsaison reisen, und 25 % suchen gezielt nach kühleren Reisezielen.

Hinter diesen Entscheidungen steht eine doppelte Logik. Einerseits möchten Reisende ihren eigenen Komfort, ihre Erlebnisse und ihre Sicherheit verbessern. Andererseits wächst das Bewusstsein, die Belastung der Reiseziele nicht weiter zu erhöhen. 44 % der Befragten möchten überfüllte Orte meiden, um nicht zum Übertourismus beizutragen, und 37 % nannten die Entlastung der Reiseziele als Motivation. Diese Sichtweise ist auch für I-DEST eine wichtige Erkenntnis: Nachhaltiger Tourismus wird zunehmend mit Besuchermanagement, der Neugestaltung der Saisonalität und der Berücksichtigung der Belastbarkeit von Reisezielen verknüpft.

Wie zeigt sich nachhaltigeres Reisen in der Praxis?

Laut dem Bericht verbinden Reisende nachhaltigeres Reisen vor allem mit alltäglichen, leicht umsetzbaren Maßnahmen, die keine radikale Lebensstiländerung erfordern. Zu den häufigsten Antworten gehört die Abfallreduzierung, die 52 % der Befragten nannten. Dicht gefolgt wird dies von der Vermeidung von Aktivitäten, die der lokalen Tierwelt schaden (50 %), der Reduzierung des Energieverbrauchs (47 %) und der Wahl nachhaltigerer Verkehrsmittel (46 %). Darüber hinaus würden 45 % in lokalen, unabhängigen Geschäften einkaufen, 43 % überfüllte Orte meiden, 42 % außerhalb der Hauptsaison reisen und 41 % Touren und Programme vermeiden, die mit der Ausbeutung von Menschen in Verbindung stehen.

Weniger hervorgehobene, aber dennoch bedeutende Elemente sind die Reduzierung des Wasserverbrauchs, die von 38 % der Befragten genannt wurde, sowie die Wahl von Unterkünften mit Nachhaltigkeitszertifizierung, die 36 % angaben. Dies ist eine wichtige Botschaft für Anbieter: Nachhaltigkeitszertifikate sind relevant, aber für Reisende nicht unbedingt das greifbarste Entscheidungskriterium. Sie reagieren stärker auf Nachhaltigkeitselemente, die direkt mit ihrem Verhalten oder ihren Erlebnissen zusammenhängen.

Was behindert nachhaltigere Entscheidungen?

Der Bericht zeigt klar, dass es nach wie vor mehrere starke Hindernisse für nachhaltigere Reiseentscheidungen gibt. Das größte Hindernis ist, dass 42 % der Reisenden angeben, dass es zu viel Zeit und Mühe kostet, nachhaltigere Optionen zu finden. 38 % halten diese Optionen für zu teuer, 37 % vertrauen nicht darauf, dass als nachhaltig beworbene Angebote tatsächlich nachhaltiger sind, ebenfalls 37 % sagen, dass es nicht genug solcher Möglichkeiten für ihre Reisen gibt, und 36 % geben an, einfach nicht zu wissen, wo sie nachhaltigere Angebote finden können.

Dies deutet darauf hin, dass Transparenz, einfache Suchmöglichkeiten und glaubwürdige Kommunikation entscheidend für die Weiterentwicklung des nachhaltigen Tourismus sind. Das Angebot muss nicht nur existieren, sondern auch verständlich, schnell auffindbar und vertrauenswürdig sein. Laut Bericht würden Reisende am ehesten durch Rabatte und wirtschaftliche Anreize ermutigt, die 47 % der Befragten nannten. Weitere wichtige Motivationsfaktoren sind Beratung zu erschwinglichen nachhaltigen Reisemöglichkeiten, klare Kommunikation, zeitliche Empfehlungen zur Vermeidung von Überfüllung sowie Treueprogramme, die verantwortungsvollere Entscheidungen belohnen.

Die Auswirkungen des Tourismus auf lokale Gemeinschaften

Booking.com untersuchte Nachhaltigkeit nicht nur aus der Perspektive der Reisenden, sondern auch aus der Sicht der lokalen Bewohner und wie sie die Auswirkungen des Tourismus wahrnehmen. Laut der Studie begegnen 80 % der Befragten zumindest saisonal Touristen in ihrer Wohngegend, und 60 % sind der Meinung, dass der Tourismus insgesamt positive Auswirkungen auf ihren Wohnort hat. Zu den häufigsten Vorteilen zählen lokales Wirtschaftswachstum, die Schaffung von Arbeitsplätzen, mehr Freizeit- und Unterhaltungsmöglichkeiten, kultureller Austausch und Vielfalt sowie ein besserer Ruf der Stadt oder des Reiseziels.

Neben den Vorteilen nehmen die Einheimischen jedoch auch die Belastungen durch den Tourismus sehr deutlich wahr. Zu den häufigsten Problemen gehören Verkehrsstaus, zunehmende Abfallmengen, steigende Lebenshaltungskosten, Überfüllung und der Druck auf die Infrastruktur. Laut den Gemeinschaften erfordert ein nachhaltigerer Tourismus eine bessere öffentliche Verkehrsanbindung, effizientere Abfallwirtschaft, mehr Sicherheit, stärkere Umweltfinanzierung und eine größere Unterstützung lokaler Unternehmen. Dieser Ansatz steht im Einklang mit der Denkweise von I-DEST: Tourismus sollte nicht isoliert betrachtet werden, sondern im Gleichgewicht zwischen lokaler Lebensqualität, wirtschaftlichem Nutzen und sozialen sowie ökologischen Belastungen.

Was bedeutet der Bericht für touristische Akteure?

Der Bericht legt nahe, dass Nachhaltigkeit in den kommenden Jahren noch stärker zu einem Schlüsselfaktor für die Wettbewerbsfähigkeit im Tourismus wird. Für Reiseziele und Anbieter bedeutet dies, dass nachhaltigere Entscheidungen nicht nur kommuniziert, sondern auch tatsächlich zugänglich, verständlich und attraktiv gemacht werden müssen. Die Bewältigung der Saisonalität, die Lenkung von Besuchern, die Reduzierung von Überfüllung, die Integration von Klimaanpassungsaspekten sowie der Schutz der Interessen lokaler Gemeinschaften sind zentrale Elemente des zukünftigen Destinationsmanagements.

Booking.com veröffentlichte auch einige wichtige Daten zu seiner eigenen Tätigkeit. Im Jahr 2025 wurden auf der Plattform 100 Millionen Übernachtungen in Unterkünften gebucht, die über eine Nachhaltigkeitszertifizierung von Dritten verfügten. Im System waren 28.000 solcher Unterkünfte gelistet, was einem Wachstum von 22 % innerhalb eines Jahres entspricht. Darüber hinaus sind in 90 Ländern Elektro- oder Hybridfahrzeuge mietbar, in 1.600 Städten können elektrische Taxis gebucht werden, und Booking Holdings meldete eine 94%ige Reduktion der Scope-1- und Scope-2-Emissionen aus Strom- und Gasverbrauch im Vergleich zum Basisjahr 2019. Diese Daten zeigen, dass nachhaltigere Angebote auch im Betrieb internationaler Online-Tourismusplattformen eine immer wichtigere Rolle spielen.

Zusammenfassung

Der Bericht von Booking.com 2026 zeigt deutlich, dass der Inhalt des nachhaltigen Tourismus wächst und sich vertieft. Das Thema umfasst heute nicht mehr nur umweltfreundliche Entscheidungen, sondern auch Klimaanpassung, bewusstere Ziel- und Zeitwahl, die Vermeidung von Überfüllung, die Berücksichtigung der Interessen lokaler Gemeinschaften und Entscheidungen, die auf glaubwürdigen Informationen basieren. Das Interesse und die Offenheit der Reisenden sind groß, aber für die praktische Umsetzung sind einfachere, klarere, glaubwürdigere und besser kommunizierte Lösungen erforderlich.

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