"

Grünes Planschen: So baden wir ethisch und nachhaltig in natürlichen Gewässern

An heißen Sommertagen gibt es nichts Besseres, als sich ein wenig unter freiem Himmel abzukühlen. Ob an einem friedlichen Alpensee, einem majestätischen Fluss oder einem tropischen Strand – natürliche Gewässer bieten Reisenden weltweit die perfekte Zuflucht. Doch während wir Kraft tanken, kann unsere Anwesenheit eine erhebliche Belastung für diese empfindlichen Ökosysteme darstellen. Im Einklang mit den globalen Nachhaltigkeitszielen müssen wir auch beim Baden neue Maßstäbe setzen. Nach dem Leitbild des internationalen I-DEST-Portals haben wir zusammengestellt, was wir als Gäste an jedem Ort der Welt tun können, damit unser Badevergnügen keine negativen Spuren in der Natur hinterlässt.

Die unsichtbare Umweltverschmutzung: Warum es wichtig ist, welches Sonnenschutzmittel wir verwenden

"Zöld" naptej - amely nemcsak a bőrödet, de az élővilágot is védi
"Grüne" Sonnencreme – schützt nicht nur deine Haut, sondern auch die Tierwelt

Der erste und einer der wichtigsten Schritte für nachhaltiges Baden beginnt bereits vor dem Anziehen der Badebekleidung. Wenn wir uns mit Sonnencreme eincremen und dann ins Wasser springen, wird ein Teil der Creme von uns abgewaschen. Die chemischen Stoffe in herkömmlichen Sonnencremes – wie Oxybenzon und Octinoxat – sind extrem giftig für die aquatische Tierwelt. In Meeren und Ozeanen führen diese Inhaltsstoffe zum Absterben und Ausbleichen von Korallenriffen, aber auch in Süßgewässern wie Seen und Flüssen schädigen sie die Organismen von Fischen und Amphibien erheblich.

Was können wir dagegen tun? Suchen wir nach Produkten mit physikalischen (mineralischen) Filtern, die biologisch abbaubar sind und als „ocean-friendly“ oder „reef-safe“ zertifiziert wurden. Diese basieren auf Zinkoxid oder Titandioxid, werden von Wasserlebewesen nicht aufgenommen und schützen genauso effektiv vor Sonnenbrand. Eine gute Strategie ist es außerdem, sich während der stärksten Sonneneinstrahlung mit UV-schützender Schwimmkleidung und Hüten zu schützen, sodass weniger Creme aufgetragen werden muss.

Zu Gast in der Tierwelt: Respekt vor Küstengebieten und marinen Lebensräumen

Folyópart
Flussufer

Natürliche Gewässer sind keine Pools; sie sind lebendige, funktionierende Systeme, in denen der Mensch nur ein vorübergehender Gast ist. Küstendünen, Mangrovenwälder, Schilfgürtel an Seen und Auen an Flussufern bieten Tausenden von Tieren und Pflanzen eine Wiege und Zuflucht. Die Ufervegetation fungiert zudem als „Lunge“ der Gewässer, da sie Verunreinigungen filtert und die Erosion der Uferlinie verhindert.

Wenn wir ethisch baden möchten, sollten wir immer die ausgewiesenen, offiziellen Zugänge und Stege nutzen, um ans Wasser zu gelangen. Das Betreten geschützter Dünen oder das Durchqueren flacher, empfindlicher Buchten mit Kajaks oder SUPs kann irreparable Schäden für brütende Vögel und laichende Fische verursachen. Wenn wir abgelegenere Abschnitte bevorzugen, sollten wir stets einen respektvollen Abstand zur Tierwelt einhalten, keinen Lärm machen und akzeptieren, dass die Natur das Zuhause der dort lebenden Arten ist.

Der Wind trägt alles fort: Null Abfall am Ufer und im Wasser

Kulacs
Trinkflasche

Die Plastikverschmutzung ist eine der größten Umweltkatastrophen unseres Planeten. Weggeworfene Einwegbecher, Lebensmittelbehälter, Plastiktüten und Strohhalme, die achtlos an Stränden zurückgelassen werden, können schon bei der kleinsten Windbewegung ins Wasser gelangen. Dort zerfallen sie durch die Einwirkung von Wellen und Sonnenlicht in kleine Partikel (Mikroplastik), die von Meeres- und Süßwasserlebewesen als Nahrung angesehen werden, was zu deren Tod führt.

Die Grundausstattung eines bewussten Badegasts umfasst eine eigene Trinkflasche, eine faltbare Stoff- oder Strandtasche und wiederverwendbare Lebensmittelbehälter. Sagen wir Nein zu Einwegplastik in Strandbars! Besonders achtsam sollten wir mit Zigarettenstummeln umgehen: Ein einziger weggeworfener Stummel kann durch das Auswaschen von Nikotin und Schwermetallen hunderte Liter Wasser vergiften. Alles, was wir mit an den Strand nehmen, sollten wir vollständig wieder mitnehmen. Wenn es keine Mülltrennung in der Nähe gibt oder diese überlastet ist, nehmen wir den Müll mit und entsorgen ihn an unserer Unterkunft.

Räumliches und zeitliches Bewusstsein: Vermeiden wir überfüllte Strände

Hajókirándulás
Bootsausflug

Nachhaltigkeit hat auch eine globale tourismusmanagementbezogene Seite, die als „zeitliche und räumliche Nachhaltigkeit“ bezeichnet wird. Wenn in der Hochsaison Zehntausende Menschen gleichzeitig die beliebtesten Strände oder Seeuferabschnitte der Welt überfluten, bricht die lokale Infrastruktur (Kanalisation, Wasserversorgung und Abfallentsorgung) zusammen. Dies belastet die lokale Umwelt extrem, verschlechtert die Lebensqualität der Einheimischen und bietet uns Reisenden eine stressige, wenig erfreuliche Erfahrung.

Wenn möglich, sollten wir unseren Aufenthalt am Wasser in die Vor- oder Nachsaison legen (zum Beispiel im Frühling oder Herbst, je nach Klima des Reiseziels). Zu diesen Zeiten ist das Wetter oft angenehmer, die Menschenmengen erträglicher und die Ökosysteme haben Zeit, sich zu regenerieren. Auch räumlich lohnt es sich, offen zu sein: Statt überfüllte, weltberühmte Hotspots zu besuchen, sollten wir kleinere, gemeinschaftsbasierte und nachhaltige Reiseziele wählen. Die internationalen Datenbanken und Dashboards des I-DEST-Portals helfen uns dabei, verifizierte grüne Orte und Unternehmen auf der ganzen Welt zu finden, die sich dem Schutz unseres Planeten verschrieben haben.

Weitere News

Alle

Unsere Partner