Ethik- und Nachhaltigkeitskodex für I-DEST-Reisende
Das Ziel von I-DEST ist es, Besuchern zu helfen, bewusstere, verantwortungsvollere und nachhaltigere Reiseentscheidungen zu treffen. Wir glauben, dass Reisen nicht nur ein Erlebnis ist, sondern auch eine Verbindung: eine Verbindung zu lokalen Gemeinschaften, zur natürlichen Umwelt, zum kulturellen Erbe und zu den Dienstleistern, die täglich daran arbeiten, eine Destination lebenswert, liebenswert und besuchenswert zu erhalten. Dieser Kodex richtet sich an diejenigen, die mit Hilfe von I-DEST ein Reiseziel, ein Programm, eine Unterkunft, ein Restaurant, ein Bad, eine Naturattraktion, ein kulturelles Erlebnis oder eine aktive Tourismusdienstleistung auswählen. Es ist keine Sammlung von Verboten, sondern ein Leitfaden dafür, wie Reisen gleichzeitig freudvoll, sicher, respektvoll und nachhaltig sein kann.
1. Informiere dich vor der Abreise
Als verantwortungsbewusster Reisender solltest du dich bereits vor der Abreise mit den grundlegenden Besonderheiten deines Reiseziels vertraut machen: lokale Gepflogenheiten, Verkehrsmöglichkeiten, Naturschutzregeln, kulturelle Sensibilitäten, Öffnungszeiten, saisonale Einschränkungen und Sicherheitsinformationen.
Wähle Dienstleistungen, die transparent über ihre Nachhaltigkeits-, Zugänglichkeits- und Gemeinschaftsverpflichtungen kommunizieren. Auf der I-DEST-Plattform helfen dir Nachhaltigkeitskennzeichnungen, SDG-Bezüge, Zugänglichkeitsinformationen und Anbieterdaten dabei, nicht nur nach Preis oder Sehenswürdigkeiten zu entscheiden, sondern auch nach Werten.
2. Respektiere die lokale Gemeinschaft
Eine Destination ist kein Bühnenbild, sondern das Zuhause von Menschen. Achte während deiner Reise darauf, dass deine Anwesenheit das tägliche Leben der Einheimischen nicht stört. Respektiere Privatgrundstücke, religiöse und kulturelle Stätten, Friedhöfe, Wohngebiete, Märkte, traditionelle Veranstaltungen und lokale Feiertage.
Bitte um Erlaubnis, bevor du Fotos oder Videos machst, wenn Menschen, Privathäuser, religiöse Zeremonien, Kinder oder sensible Gemeinschaftssituationen abgebildet sind. Behandle die Einheimischen nicht wie touristische Attraktionen. Respektvolle Neugier ist ein Wert, aufdringliches Verhalten ist es nicht.
3. Unterstütze die lokale Wirtschaft
Eine der einfachsten Formen des nachhaltigen Tourismus ist es, wenn ein möglichst großer Teil deiner Ausgaben vor Ort bleibt. Wähle Unterkünfte, Restaurants, Produzenten, Handwerker, geführte Touren und Kulturprogramme in lokaler Hand. Probiere Gerichte aus lokalen Zutaten, kaufe echte lokale Produkte und vermeide massenproduzierte, herkunftslose Souvenirs.
Ein fairer Preis ist nicht nur eine Konsumentenfrage, sondern auch eine ethische. Handle nicht unangemessen mit Kleinunternehmern, Handwerkern oder lokalen Produzenten. Hochwertige, lokale und nachhaltige Dienstleistungen haben einen echten Wert.
4. Wähle umweltfreundlichere Verkehrsmittel
Ein Großteil der Umweltauswirkungen des Tourismus ist mit der Anreise verbunden. Wenn möglich, wähle Zug, Bus, Fahrrad, zu Fuß, öffentliche Verkehrsmittel oder geteilte Mobilitätslösungen. Für kürzere Strecken steige nicht automatisch ins Auto. Für Stadtrundgänge, Naturwanderungen und Erholung am Seeufer bieten oft Fußwege, Fahrräder oder öffentliche Verkehrsmittel die besten Erlebnisse.
Wenn du mit dem Auto unterwegs bist, parke ordnungsgemäß, fahre nicht in geschützte, gesperrte oder Fußgängerzonen und nimm nicht mehr Platz ein als nötig. Auch bei der Nutzung eines Elektroautos solltest du darauf achten, dass Verkehrsbelastung, Parkdruck und Überfüllung nicht nur Emissionsfragen sind.
5. Schütze Wasser, Energie und Ressourcen
Sei auch in Unterkünften, Bädern, Campingplätzen, Restaurants oder Veranstaltungsorten sparsam mit Ressourcen. Schalte das Licht aus, drehe das Wasser ab, fordere keine unnötigen Handtuch- oder Bettwäschewechsel an und vermeide Einwegverpackungen.
Wasser ist eine besonders empfindliche Ressource. In Thermalbädern, natürlichen Seen, an Flussufern und Gewässern ist die Erhaltung der Wasserqualität eine gemeinsame Verantwortung. Verwende keine Schadstoffe, die ins Wasser gelangen könnten, wasche dich nicht mit Seife oder Shampoo in natürlichen Gewässern und halte dich an Bade-, Angel-, Boots- und Naturschutzregeln.
6. Reduziere Abfall
Nimm eine Trinkflasche, wiederverwendbare Behälter, eigene Taschen, Boxen oder Besteck mit, wenn es praktisch ist. Vermeide Einwegplastik, unnötige Druckerzeugnisse und überverpackte Produkte. Trenne deinen Müll, wo es möglich ist.
In der Natur, in Städten, an Badeorten, Seeufern, Skipisten und kulturellen Stätten gilt das gleiche Prinzip: Was du mitbringst, nimmst du auch wieder mit. Hinterlasse keinen Müll, keine Zigarettenstummel, Essensreste, Taschentücher, Tierkot oder andere Spuren.
7. Respektiere kulturelles Erbe und Städte
Bei Stadtbesichtigungen achte darauf, dass historische Viertel, Denkmäler, Kirchen, Museen, Friedhöfe, Burgen, Schlösser und öffentliche Plätze nicht unbegrenzt belastbar sind. Halte dich an Besucherwege, klettere nicht auf Denkmäler, berühre keine verbotenen Objekte, beschädige nichts, kritzle nichts und nimm nichts als Souvenir mit.
Die Stadt ist nicht nur tagsüber eine Attraktion. Auch abends und nachts gibt es Bewohner. Vermeide Lärm, Müll auf öffentlichen Plätzen, unverantwortlichen Alkoholkonsum, Lärm vor Wohnhäusern und jedes Verhalten, das die Lebensqualität der Einheimischen beeinträchtigt. Ein guter Stadtbesucher konsumiert nicht nur, sondern respektiert auch die Stadt.
8. Verhalte dich verantwortungsvoll in Naturgebieten und ökotouristischen Orten
An ökotouristischen Orten, in Nationalparks, auf Lehrpfaden, in Wäldern, Mooren, Höhlen, Geoparks und geschützten Naturgebieten nutze immer die ausgewiesenen Wege. Verlasse die Pfade nicht, tritt keine Vegetation nieder, sammle keine geschützten Pflanzen, Gesteine, Mineralien, Tiere oder Eier und störe keine nistenden, ruhenden oder fressenden Tiere.
In der Natur ist auch Stille ein Wert. Sei leise, benutze keine Drohnen ohne Genehmigung, füttere keine Wildtiere und versuche nicht, ihnen für ein Foto zu nahe zu kommen. Verantwortungsvolle Begegnungen mit Wildtieren basieren auf Distanz.
9. Sei besonders achtsam an natürlichen Seen und Gewässern
An natürlichen Seen, Flüssen, Altarmen und Stauseen halte dich an Bade-, Boots-, Angel-, Naturschutz- und Uferregeln. Betrete keine Schilfgebiete, Vogelbrutstätten oder gesperrte Uferabschnitte. Verwende keine motorisierten oder lauten Geräte, wo diese die Tierwelt oder Erholungssuchende stören könnten.
Sonnencreme, Kosmetika, Chemikalien, Essensreste und Abfälle dürfen nicht ins Wasser gelangen. Ein See ist kein Pool, sondern ein lebendes Ökosystem. Das Erlebnis am Wasser bleibt langfristig erhalten, wenn Besucher das Ufer, das Wasser und die Lebensräume nicht überlasten.
10. Sei hygienisch und ressourcenschonend im Badetourismus
In Thermalbädern, Heilbädern, Wellnesseinrichtungen und Stränden halte dich an die Hausordnung, Hygienevorschriften und Regeln zur Nutzung der Becken. Dusche vor der Nutzung der Becken, bring keine Speisen oder Getränke in nicht erlaubte Bereiche und achte auf die Ruhe anderer Gäste.
Thermalwasser, Heilwasser und Beckenwasser erfordern erhebliche Energie, Wasser und fachliche Betreuung. Verschwende kein Wasser, beschädige keine Einrichtungen, verschmutze keine Becken und informiere das Personal, wenn du Unfälle, Verschmutzungen oder gefährliche Situationen bemerkst.
11. Passe dich der Umwelt in Bergen und Skigebieten an
Auf Skipisten, in Bergresorts, auf Wanderwegen und in alpiner Umgebung halte dich an die ausgewiesenen Routen, Lawinen- und Wetterwarnungen sowie Pistenregeln. Fahre nicht in gesperrten Bereichen Ski oder Snowboard, gefährde nicht die Sicherheit anderer und wähle immer eine Route, die deinem Können entspricht.
Der Bergtourismus ist besonders empfindlich gegenüber Klimawandel, Wasserverbrauch, Energiebedarf und Belastung der Lebensräume. Bevorzuge Skigebiete, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln erreichbar sind, lokale Anbieter, energieeffiziente Unterkünfte und Programme, die die Umweltbelastung nicht unnötig erhöhen.
12. Wähle verantwortungsvolle Tierprogramme
Nimm nicht an Programmen teil, bei denen Tiere zu unnatürlichem Verhalten gezwungen werden, unter schlechten Bedingungen gehalten werden, zu nah an Besucher herangelassen werden oder nur für Fotozwecke genutzt werden. Streichele, füttere oder verfolge keine Wildtiere und kaufe keine Produkte aus geschützten Arten.
Ein verantwortungsvolles Tiererlebnis stellt das Wohlbefinden der Tiere, ihr natürliches Verhalten, den Schutz ihres Lebensraums und die Bildung der Besucher in den Vordergrund. Wenn du unsicher bist, wähle lieber Naturschutz-, Beobachtungs- oder fachgeführte Programme.
13. Sei inklusiv und aufmerksam gegenüber anderen Besuchern
Nachhaltiger Tourismus ist auch eine soziale Frage. Achte auf Kinder, ältere Menschen, Menschen mit Behinderungen, Familien mit kleinen Kindern, Besucher mit Assistenzhunden, Menschen mit unterschiedlichem kulturellen Hintergrund und alle, die besondere Bedürfnisse haben könnten.
Belege keine barrierefreien Parkplätze, Rampen, Aufzüge oder vorrangigen Sitzplätze unberechtigt. Blockiere keine Wege mit Fotos, Gepäck oder Gruppenstopps. Barrierefreiheit ist kein Komfortextra, sondern eine grundlegende Voraussetzung für Teilhabe.
14. Nutze digitale Tools verantwortungsvoll
Die Karten, Filter, Nachhaltigkeitskennzeichnungen, Routen, Audioguides, Fragebögen und spielerischen Elemente von I-DEST helfen dir, bewusstere Entscheidungen zu treffen. Nutze sie zur Orientierung, aber vergiss nicht: Digitale Informationen ersetzen nicht die Regeln vor Ort, die Anweisungen des Personals und die gesunde Aufmerksamkeit.
Veröffentliche keine Inhalte, die andere demütigen, gefährden, in die Irre führen oder die lokale Gemeinschaft respektlos darstellen. Fördere nicht die Überlastung von Orten, die empfindlich, kleinräumig oder aus Naturschutzgründen verletzlich sind.
15. Vermeide Überlastung und wähle bewusste Zeitpunkte
Beliebte Orte werden oft nicht beschädigt, weil ein Besucher etwas falsch macht, sondern weil zu viele Menschen gleichzeitig kommen. Wenn möglich, besuche weniger überfüllte Zeiten, wähle alternative Routen, kleinere Orte, weniger bekannte Attraktionen oder Programme außerhalb der Saison.
Nachhaltiges Reisen bedeutet nicht unbedingt, weniger Erlebnisse zu wählen. Oft bedeutet es, in einem besseren Rhythmus, an einem besseren Ort und mit mehr Aufmerksamkeit zu reisen.
16. Gib respektvolles Feedback
Das Feedback eines verantwortungsvollen Besuchers ist wertvoll. Wenn du gute Praktiken siehst, bewerte sie und empfehle sie weiter. Wenn du Probleme bemerkst, melde sie dem Anbieter oder dem Destinationsmanagement auf respektvolle Weise. Nachhaltigkeit ist ein kontinuierlicher Lernprozess, bei dem auch das Feedback der Gäste helfen kann.
Vermeide ungerechtfertigt zerstörerische öffentliche Bewertungen, aber verschweige auch keine echten Probleme. Präzises, sachliches und respektvolles Feedback verbessert Dienstleistungen, Gästeerlebnisse und die Interessen der lokalen Gemeinschaft.
17. Schütze Kinder und schutzbedürftige Menschen
Unterstütze niemals Dienstleistungen, Programme oder Situationen, die auf der Ausbeutung von Kindern, Jugendlichen, Frauen, älteren Menschen, Menschen mit Behinderungen, Minderheiten, Arbeitnehmern oder anderen schutzbedürftigen Gruppen basieren. Mache keine Fotos von Kindern ohne Erlaubnis, insbesondere in sensiblen oder armutsbezogenen Situationen, und teile sie nicht.
Wenn du Anzeichen von Ausbeutung, Belästigung, Menschenhandel, Gefährdung von Kindern oder schwerwiegendem Missbrauch bemerkst, melde dies den zuständigen Behörden, dem Anbieter oder dem offiziellen Ansprechpartner der Destination.
18. Sei ein bewusster Konsument
Kaufe keine illegalen, gefälschten Produkte oder solche aus geschützten Arten, archäologischen Funden, Kulturgütern oder Materialien zweifelhafter Herkunft. Nimm keine Steine, Pflanzen, tierische Überreste, archäologische Objekte oder andere Andenken mit, die den natürlichen oder kulturellen Wert des Ortes mindern.
Ein Andenken ist nachhaltig, wenn es den Ort, von dem es stammt, nicht schädigt.
19. Trage zu positiven Auswirkungen bei
Nachhaltiger Tourismus bedeutet nicht nur, Schäden zu minimieren. Es ist auch eine Gelegenheit, positive Auswirkungen zu erzielen. Du kannst dich lokalen Initiativen anschließen, anerkannte Naturschutz- oder Gemeinschaftsprogramme unterstützen, an Müllsammelaktionen teilnehmen, lokale Produzenten wählen oder einfach entscheiden, einen weniger bekannten, aber wertvollen Ort mit deinem Besuch zu fördern.
Ein guter Reisender ist nicht nur Konsument, sondern auch Partner.
20. Die Verpflichtung der I-DEST-Besucher
Als Mitglied der I-DEST-Gemeinschaft verpflichte ich mich, während meiner Reisen:
- den lokalen Gemeinschaften mit Respekt zu begegnen;
- das natürliche und kulturelle Erbe zu schützen;
- lokale, verantwortungsvolle und nachhaltige Anbieter zu bevorzugen;
- meinen Abfall, Wasser- und Energieverbrauch zu reduzieren;
- auf die Würde anderer Besucher, Einheimischer und schutzbedürftiger Gruppen zu achten;
- die Regeln vor Ort einzuhalten, insbesondere in geschützten, kulturellen, wasserbezogenen, Bade- und Berggebieten;
- keinen Schaden, Müll oder Respektlosigkeit zu hinterlassen;
- und danach zu streben, dass meine Anwesenheit einen positiven Eindruck hinterlässt.
Reisen ist ein Erlebnis. Verantwortungsvolles Reisen ist ein Wert. Nachhaltiges Reisen ist Teil unserer gemeinsamen Zukunft.
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