Parlamentsgebäude
Das Parlamentsgebäude, das am Donauufer erstrahlt, ist ein untrennbarer Bestandteil der Budapester Skyline. Es ist nicht nur ein politisches Zentrum, sondern auch ein in Stein gemeißeltes Symbol der ungarischen Unabhängigkeit und kulturellen Identität. Das Gebäude ist das drittgrößte Parlamentsgebäude der Welt und eines der schönsten Beispiele des neugotischen Stils in Europa mit seinen harmonischen Proportionen und aufwendigen Verzierungen.
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Die Geburt eines grandiosen Traums
Ende des 19. Jahrhunderts, während des wirtschaftlichen Aufschwungs nach dem Ausgleich, entstand der Wunsch nach einem ständigen, würdevollen Gesetzgebungsgebäude. Für den 1882 ausgeschriebenen Wettbewerb wurden neunzehn Entwürfe eingereicht, doch der Gewinner war schließlich Imre Steindl. Die Vision des Architekten war ein Gebäude, das die Erhabenheit der mittelalterlichen Gotik mit der Monumentalität der Renaissancekuppeln und dem Prunk der barocken Innenräume vereint.
Der Bau begann 1885 und dauerte 17 Jahre. Ein wichtiger historischer Aspekt war, dass die Schöpfer der Überzeugung waren, das Gebäude müsse ein "Kind ungarischer Erde" sein:
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Einheimische Materialien: Es wurden fast ausschließlich ungarische Baumaterialien verwendet.
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Goldverzierungen: Der Glanz der Innenräume wird durch insgesamt 40 Kilogramm 22-karätiges Gold gewährleistet.
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Ungarische Meister: Die besten heimischen Handwerker und Künstler der Zeit arbeiteten daran, von den Glasfenstern von Miksa Róth bis zu den Zsolnay-Keramiken.
Architektonische Besonderheiten und Symbolik
Die Dimensionen des Parlamentsgebäudes sind beeindruckend: Es ist 268 Meter lang und an seiner breitesten Stelle 123 Meter breit. Die symmetrische Anordnung des Gebäudes spiegelt das frühere Zweikammersystem wider: Im nördlichen Flügel tagte das Oberhaus, im südlichen Flügel das Unterhaus (das heutige Parlament). Verbunden werden die beiden Flügel durch die zentrale Kuppelhalle, in der seit 2000 die Heilige Krone und die Krönungsinsignien unter bewaffneter Bewachung aufbewahrt werden.
Die an der Fassade und in den Innenräumen platzierten Statuen stellen bedeutende Persönlichkeiten, Herrscher und Feldherren der ungarischen Geschichte dar und schaffen so einen ständigen Dialog mit der Gegenwart. Selbst die Kuppelhöhe von 96 Metern ist kein Zufall: Sie verweist auf das Jahr der Landnahme (896) und das tausendjährige Bestehen des Landes (1896).
Die Rolle des Parlaments im nachhaltigen Tourismus
Bei der Rekonstruktion des Kossuth-Platzes neben dem Parlament im Jahr 2014 wurde der Fußgängerverkehr und die Erweiterung der Grünflächen priorisiert, während der Autoverkehr aus der unmittelbaren Umgebung verdrängt wurde. Im Sinne der Nachhaltigkeit wurde das Besucherzentrum, das die Geschichte des Parlamentsgebäudes präsentiert, unterirdisch angelegt, um das historische Stadtbild nicht zu stören. Gleichzeitig ist es mit modernen, energieeffizienten Kühl- und Heizsystemen ausgestattet. Um den Erhalt des Gebäudes zu gewährleisten, werden strikte Besucherquoten eingehalten, und das Online-Ticketsystem minimiert den Papierverbrauch und die Wartezeiten, wodurch auch die durch den Tourismus verursachte lokale Lärm- und Umweltbelastung reduziert wird. Das Parlamentsgebäude ist somit nicht nur ein Erbe der Vergangenheit, sondern auch ein verantwortungsvoll bewahrter kultureller Schatz für die Zukunft.
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