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Was bedeuten die SDG-Piktogramme auf der I-DEST-Seite?

Konkrete Maßnahmen, gemeinsame Ziele – Orientierungshilfe für die Reiseplanung.

Was unternimmt eine Unterkunft, um den Wasserverbrauch zu senken? Wie unterstützt ein Restaurant lokale Produzenten? Welche Möglichkeiten bietet ein touristischer Anbieter für die Weiterbildung seiner Mitarbeiter, oder wie trägt eine Attraktion zur Bewahrung des kulturellen Erbes bei?

Das Ziel von I-DEST ist es, dass du dich bei der Reiseplanung auch über diese Aspekte informieren kannst. Die SDG-Piktogramme auf den Profilen der Orte und Dienstleistungen sowie der Filter „Nachhaltigkeitsthemen (SDG)” helfen dir dabei.

Gemeinsame Ziele, die auch durch lokale Maßnahmen unterstützt werden können

Die 17 Ziele für nachhaltige Entwicklung der Vereinten Nationen – auf Englisch Sustainable Development Goals, kurz SDGs – bilden einen gemeinsamen internationalen Rahmen zur Bewältigung gesellschaftlicher, wirtschaftlicher und ökologischer Herausforderungen. Ihre Erreichung erfordert die Zusammenarbeit von Staaten, Gemeinschaften, Unternehmen und Einzelpersonen. Ein touristisches Unternehmen erfüllt diese globalen Ziele nicht allein, sondern kann durch sein Handeln und konkrete Maßnahmen zu ihrer Erreichung beitragen. Nachhaltige Entwicklung

I-DEST nutzt die SDGs, um die von den Anbietern bereitgestellten Informationen zu strukturieren und die themenspezifische Suche zu unterstützen. Die Piktogramme zeigen an, welches Ziel für nachhaltige Entwicklung durch eine bestimmte Maßnahme angesprochen wird und in welchem Bereich sie zur Erreichung beitragen kann.

Wie wird ein SDG mit einem Ort verknüpft?

Orte, Reiseziele und Anbieter können im I-DEST-Fragebogen Informationen über ihre Aktivitäten, Dienstleistungen und angewandten Praktiken bereitstellen. Die Fragen beziehen sich beispielsweise auf Energie- und Wasserverbrauch, Beschaffung, Beschäftigung, Barrierefreiheit, Naturschutz und Zusammenarbeit mit lokalen Gemeinschaften. Der Fragebogen ordnet den einzelnen Themen SDG-Bezüge zu, teilweise unter Verwendung der Empfehlungen des GSTC.

Die angezeigten Informationen basieren grundsätzlich auf Selbstauskünften. Eine Antwort und deren Verknüpfung mit einem SDG bedeuten nicht automatisch eine unabhängige Überprüfung und bestätigen weder die Wirksamkeit der Maßnahme noch deren Beitrag.

Welche Maßnahmen können mit den einzelnen Zielen verknüpft sein?

Die folgenden Beispiele veranschaulichen die in den I-DEST-Fragebögen untersuchten Praktiken und deren inhaltliche Verbindung zu den Zielen für nachhaltige Entwicklung. Sie bedeuten nicht, dass alle aufgeführten Maßnahmen an jedem Ort umgesetzt werden. Bei der Auswahl eines konkreten Angebots lohnt es sich, die Informationen auf dem jeweiligen Profil zu prüfen.

SDG 1 – Keine Armut

Ein Beispiel ist die Gewährleistung eines existenzsichernden Lohns für Mitarbeiter. Dies kann durch die Unterstützung des Lebensunterhalts der Beschäftigten und ihrer Familien zur Armutsbekämpfung beitragen. Dabei sind nicht nur die Anzahl der Arbeitsplätze, sondern auch die Arbeitsbedingungen entscheidend.

SDG 2 – Kein Hunger

Ein Restaurant kann beispielsweise Zutaten von lokalen Kleinbauern beziehen und ihnen so Marktchancen bieten. Die Verbindung liegt hier in der Unterstützung der Einkommensmöglichkeiten landwirtschaftlicher Kleinproduzenten und der Lebensmittelproduktion – nicht allein darin, dass das Unternehmen Speisen anbietet.

SDG 3 – Gesundheit und Wohlergehen

Hierzu können die Unterstützung lokaler Gesundheits- oder Hygieneinitiativen sowie Maßnahmen zur Vermeidung von physischer und psychischer Überlastung der Mitarbeiter gehören. Der Fragebogen berücksichtigt somit nicht nur die Gäste, sondern auch das Wohlbefinden der Mitarbeiter und der lokalen Gemeinschaft.

SDG 4 – Hochwertige Bildung

Ein Beispiel ist die regelmäßige Weiterbildung der Mitarbeiter oder die Bereitstellung von Praktikumsplätzen für lokale Schüler. Diese Möglichkeiten können den Erwerb von Fachkenntnissen, Fähigkeiten und Berufserfahrung fördern.

SDG 5 – Geschlechtergleichheit

Eine relevante Praxis ist, wenn ein Anbieter gleiche Beschäftigungs- und Aufstiegsmöglichkeiten für Frauen und Männer bietet, einschließlich Führungspositionen. Zu diesem Thema können auch Maßnahmen zur Vermeidung geschlechtsspezifischer Diskriminierung und Belästigung gehören.

SDG 6 – Sauberes Wasser und Sanitäreinrichtungen

Eine Unterkunft kann beispielsweise wassersparende Duschköpfe, Wasserhähne oder Toilettenspülungen einsetzen. Diese Lösungen tragen zur Verbesserung der Wassernutzungseffizienz bei. Die genaue Einsparung kann jedoch nur anhand entsprechender Verbrauchsdaten festgestellt werden. POI-Admin-Profil

SDG 7 – Bezahlbare und saubere Energie

Ein Beispiel ist die Nutzung erneuerbarer Energien und die Darstellung, wie viel des jährlichen Energieverbrauchs dadurch gedeckt wird. Die teilweise Nutzung erneuerbarer Energien bedeutet nicht, dass der gesamte Betrieb auf erneuerbaren Energien basiert.

SDG 8 – Menschenwürdige Arbeit und Wirtschaftswachstum

Die Beschäftigung von Einheimischen, die Unterstützung der beruflichen Entwicklung der Mitarbeiter und die Gewährleistung fairer Arbeitsbedingungen können alle zu diesem Ziel beitragen. Um die Rolle des Tourismus in der lokalen Wirtschaft zu verstehen, sollte daher nicht nur die Anzahl der Arbeitsplätze, sondern auch deren Qualität berücksichtigt werden.

SDG 9 – Industrie, Innovation und Infrastruktur

Ein Beispiel ist die Unterstützung einer lokalen Infrastrukturentwicklungsinitiative, die auch der Gemeinschaft zugutekommt. Die Verbindung liegt in der Teilnahme an oder Unterstützung der konkreten Entwicklung, nicht allein im Vorhandensein von Gebäuden oder technischer Ausstattung des Anbieters.

SDG 10 – Weniger Ungleichheiten

Hierzu gehört der Zugang und die Information für Gäste mit Behinderungen oder anderen besonderen Bedürfnissen sowie die diskriminierungsfreie Aufnahme von Gästen. Für die Reiseplanung sollten die konkreten Möglichkeiten geprüft werden: Eine einzelne Barrierefreiheitslösung bedeutet nicht, dass der Ort für alle vollständig zugänglich ist.

SDG 11 – Nachhaltige Städte und Gemeinden

Die Unterstützung der Erhaltung historischer Gebäude, kultureller Stätten und lokaler Traditionen kann zu diesem Ziel beitragen. Ein wichtiger Aspekt ist auch, dass die touristische Nutzung den Zugang der Einheimischen zu ihren kulturellen Werten nicht behindert.

SDG 12 – Verantwortungsvoller Konsum und Produktion

Ein Gastronomiebetrieb kann beispielsweise die Menge an Lebensmittelabfällen messen und Verfahren zu deren Reduzierung einführen. Die Vermeidung von Abfällen, Wiederverwendung und ein bewussterer Umgang mit Ressourcen sind wichtige Bereiche dieses Themas.

SDG 13 – Maßnahmen zum Klimaschutz

Ein Beispiel ist die Erfassung signifikanter Treibhausgasemissionen aus dem Betrieb und die Einführung von Verfahren zu deren Reduzierung. Die Berechnung der Emissionen allein bedeutet noch keine Reduzierung, und die SDG-Verknüpfung bestätigt nicht die Klimaneutralität des Angebots.

SDG 14 – Leben unter Wasser

Ein Beispiel ist, wenn ein Gastronomiebetrieb keine Lebensmittel aus gefährdeten Meeresarten anbietet. Diese Beschaffungspraxis kann zum Schutz der Meereslebewesen beitragen. SDG 14 bezieht sich ausdrücklich auf Ozeane, Meere und Meeresressourcen: Nicht jede wasserbezogene Maßnahme fällt automatisch darunter.

SDG 15 – Leben an Land

Die Verwendung einheimischer Pflanzenarten bei der Landschaftsgestaltung sowie Maßnahmen zur Verhinderung der Ausbreitung invasiver Arten können zu diesem Ziel beitragen. In solchen Fällen liefert das Profil Informationen über die spezifischen Praktiken im Umgang mit der natürlichen Umwelt.

SDG 16 – Frieden, Gerechtigkeit und starke Institutionen

Ein Beispiel ist die Einführung von Richtlinien gegen Ausbeutung und Belästigung sowie der Betrieb eines Systems zur Bearbeitung von Mitarbeiterbeschwerden. Diese Praktiken stehen im Zusammenhang mit dem Schutz der Menschenwürde, der Möglichkeit, Probleme zu melden, und einer verantwortungsvollen organisatorischen Führung.

SDG 17 – Partnerschaften zur Erreichung der Ziele

Ein Anbieter kann beispielsweise an der touristischen Planung der Destination und gemeinsamen Nachhaltigkeitsinitiativen teilnehmen. Ein Museum kann in verwandten Programmen mit anderen Institutionen oder Gemeinschaften zusammenarbeiten. Der Kern liegt in der Zusammenarbeit für ein gemeinsames Ziel, nicht allein in der Angabe einer Mitgliedschaft in einer Organisation.

Wie nutzt man den Filter „Nachhaltigkeitsthemen (SDG)”?

Wähle die Themen aus, die dir bei deiner Reise wichtig sind. Mit dem Filter kannst du Orte und Dienstleistungen entdecken, deren Profile Informationen zu den jeweiligen Themen enthalten.

Es lohnt sich, die Ergebnisse zu lesen, um genau zu erfahren, welche Maßnahmen der Anbieter gemeldet hat und welche Details er dazu mitteilt. Ein Piktogramm allein sagt nicht aus, in welchem Umfang, zu welchem Zeitpunkt oder mit welchem Ergebnis eine bestimmte Praxis umgesetzt wird.

Die Filterung ist keine Nachhaltigkeitsrangliste. Mehr Piktogramme bedeuten nicht automatisch, dass ein Anbieter insgesamt nachhaltiger arbeitet als ein anderer. Das Fehlen einer Kennzeichnung beweist auch nicht, dass es an dem Ort keine entsprechenden Maßnahmen gibt: Die Informationen könnten unvollständig sein.

Information, keine Zertifizierung

Die SDG-Piktogramme von I-DEST zeigen die thematische Verbindung der gemeldeten Maßnahmen. Sie sind keine Nachhaltigkeitszertifikate, keine Qualitätssiegel und keine Bewertungen des gesamten Betriebs eines Unternehmens.

Die Kennzeichnungen bestätigen weder den Umfang des Beitrags noch die Erfüllung der globalen Ziele oder dass die Inanspruchnahme der Dienstleistung insgesamt positive ökologische oder soziale Auswirkungen hat. Informationen auf Basis von Selbstauskünften und unabhängige Zertifizierungen sind unterschiedliche Arten von Informationen; keine ersetzt die andere.

Die Darstellung der Erfüllung gesetzlicher Verpflichtungen bedeutet keine besondere Zusatzleistung oder Anerkennung. Die Verwendung der SDG-Piktogramme stellt keine UN-Genehmigung, UN-Zertifizierung oder Empfehlung durch die UN dar.

Unser Ziel ist es, dass du durch das Kennenlernen konkreter Maßnahmen mehr Aspekte in deine Reiseentscheidungen einbeziehen kannst.

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