"

Wasser ist das neue Gold: 5 geniale Lösungen zur Wasserspeicherung und -einsparung aus der Welt des Tourismus

Im Zeitalter des Klimawandels, der anhaltenden Hitzewellen und zunehmenden Dürren geht es beim nachhaltigen Tourismus längst nicht mehr nur um das Vermeiden von Plastikstrohhalmen oder Mülltrennung. Verantwortungsbewusste Reiseziele, Stadtverwaltungen und Unterkunftsbetreiber weltweit haben erkannt, dass sauberes Süßwasser eine unserer wertvollsten und zugleich verletzlichsten natürlichen Ressourcen ist. An den unterschiedlichsten Orten der Welt gibt es wegweisende Initiativen, die beweisen, dass der Schutz der Wasserressourcen nicht mit einem Verlust des Gästeerlebnisses oder schmerzhaften Verzicht einhergehen muss, sondern durch intelligente Innovationen, die Wiederbelebung traditionellen Wissens und einen höheren Servicestandard erreicht werden kann. Im Folgenden stellen wir fünf inspirierende internationale Best Practices vor, die völlig unterschiedliche Dimensionen des Wassermanagements reformieren.

Gemeinschaftliche Wasseraufbereitung und Schutz des Meeresökosystems auf den Malediven

Auf den Atollen, die unter einem Mangel an Süßwasserressourcen leiden, hat der Luxustourismus traditionell enormen Druck auf die lokale Umwelt ausgeübt, insbesondere durch den hohen Energiebedarf von Meerwasserentsalzungsanlagen. Auf den Malediven hat das Ökoresort Soneva Fushi ein wegweisendes Modell eingeführt: Das Hotel produziert in seiner eigenen, geschlossenen Wasseraufbereitungs- und Abfüllanlage kohlensäurehaltiges und stilles Trinkwasser, das ausschließlich in wiederverwendbaren Glasflaschen an die Gäste serviert wird. Das entstehende Grauwasser wird durch biologische Filterfelder und Kokosfasermatten gereinigt und anschließend zur Bewässerung des zentralen Biogartens und der Palmenwälder der Insel verwendet. Ein erheblicher Teil der Einnahmen aus dem Wasserverkauf fließt in die Stiftung Soneva Foundation, die saubere Trinkwasserbrunnen und lokale Wasseraufbereitungssysteme auf benachbarten bewohnten Inseln errichtet. Dank dieses integrierten Wasserbewirtschaftungsmodells werden jährlich Hunderttausende Einweg-Plastikflaschen ersetzt und die Einleitung unbehandelter Abwässer ins Meer verhindert, wodurch das empfindliche Leben der Korallenriffe geschützt wird. Mehr über die Initiative und die lokalen Projekte erfährst du auf der offiziellen Website der Soneva Foundation.

Premium-Trinkwasserpositionierung und Reduzierung von PET-Flaschen in Island

Island hat der Welt gezeigt, wie man ein Land mit natürlichen Süßwasserressourcen in ein starkes touristisches Marketinginstrument verwandeln kann, um Bewusstsein zu schaffen und Plastik zu vermeiden. Die von der isländischen Tourismusbehörde initiierte Kampagne Kranavatn (was auf Isländisch Leitungswasser bedeutet) hatte das Ziel, den Kauf von Einweg-PET-Flaschenwasser bei den Millionen von Touristen, die die Insel besuchen, vollständig zu eliminieren. 95 % des isländischen Trinkwassers stammen aus kristallklaren Bergquellen und Gletschern, die über Jahrzehnte hinweg auf natürliche Weise durch Basalt- und Lavagestein gefiltert werden, sodass das Wasser keine chemische Behandlung oder Chlorierung benötigt. Im Rahmen des Programms servieren Hotels und Restaurants gekühltes Leitungswasser in stilvollen Glaskaraffen, und Besucher werden überall ermutigt, ihre eigenen Flaschen nachzufüllen, da die Qualität des lokalen Leitungswassers mit den teuersten abgefüllten Luxuswässern der Welt konkurrieren kann. Details zur Kampagne und Hintergrundinformationen findest du auf der offiziellen Website von Visit Iceland - Kranavatn.

Historische Regenwassersammlung und moderne Zisternen in Südportugal

In der beliebten Küstenregion Algarve in Südportugal ist die Niederschlagsverteilung äußerst ungleichmäßig, da auf kurze, heftige Winterregen lange, trockene Sommermonate folgen. Im Rahmen des regionalen Programms Save Water Algarve greifen Hotels, Golfanlagen und Ökoresorts auf modernisierte Versionen traditioneller, historischer Regenwasserzisternen zurück, um Regenwasser zu speichern. Regenwasser, das von den großen Dachflächen und gepflasterten Bereichen der Gebäude abläuft, wird nicht in die Kanalisation oder ins Meer geleitet, sondern während der Winterstürme in riesigen, unterirdischen, isolierten Tanks gesammelt. Durch die Speicherung von sauberem Regenwasser können die Einrichtungen selbst in den heißesten Sommermonaten Parks und Grünflächen bewässern, ohne auch nur einen Liter Trinkwasser aus der öffentlichen Versorgung zu verwenden, wodurch die Wasserressourcen der Region erheblich entlastet werden. Weitere Informationen zur Initiative findest du HIER.

Gravitationswasserführung und traditionelle Oasenwasserbewahrung in Marokko

Am Rande der Wüste, in den Lehmbaudörfern und Oasen Marokkos, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehören, bekämpft nachhaltiger Tourismus den Wassermangel durch die Wiederbelebung jahrhundertealter Ingenieurskunst. Verantwortungsbewusste Ökohotels und Gästehäuser vor Ort verzichten auf das Bohren tiefer Brunnen mit elektrischen Pumpen – die das Grundwasser schnell erschöpfen würden – und unterstützen stattdessen die Restaurierung historischer Khettara-Systeme. Die Khettara ist ein unterirdisches, von Hand gegrabenes Kanalsystem, das Schmelzwasser aus fernen Bergen ohne Verdunstungsverluste und ausschließlich durch Schwerkraft zu den Oasen leitet. Diese stromfreie, kohlenstoffneutrale Wasserbewahrungstechnologie ermöglicht es den Wüstenunterkünften, kontinuierlich frisches, lokales Biogemüse anzubauen und kühlende Oasengärten zu erhalten, während die empfindlichen Grundwasserressourcen vollständig unberührt bleiben. Mehr über den Schutz der marokkanischen Oasen und die traditionelle Wasserbewirtschaftung erfährst du HIER.

Plastikfreie städtische Trinkbrunnen und Wassersparmaßnahmen in Tiroler Ökohotels in Österreich

Österreich setzt auf zwei verschiedenen Ebenen des Tourismus wegweisende Lösungen ein, um die sauberen Süßwasserressourcen zu schützen und Abfall zu reduzieren. Die Stadt Wien hat im Rahmen ihrer Klimaschutzstrategie mehr als 1800 öffentliche, künstlerisch gestaltete und kostenlos nutzbare Trinkbrunnen an den meistbesuchten touristischen Knotenpunkten installiert, die mit reinem Quellwasser aus den Alpen gespeist werden. Die Stadt zeigt Touristen auf einer eigenen digitalen Karte die nächstgelegene Nachfüllstation, wodurch der Kauf von Einweg-PET-Flaschen vollständig ersetzt wird. Gleichzeitig betreiben Ökohotels in den Tiroler Alpen – wie das Biohotel Stanglwirt – geschlossene Wasserkreislaufsysteme: Sie leiten das Wasser ihrer eigenen alpinen Quellen durch Wärmetauschersysteme, sodass die Wärme des Abwassers zur Beheizung der Wellnessbereiche und Pools des Hotels genutzt wird, bevor das gefilterte Wasser wieder in den natürlichen Kreislauf zurückgeführt wird. Informationen über das Wiener Trinkwassernetz und nachhaltige Tourismusmöglichkeiten findest du auf der offiziellen Tourismus-Website Wien.info - Sustainable Stay in Vienna, während du die Kriterien für grüne Hotels in Österreich auf der Plattform Österreich Werbung - Sustainable Travel nachlesen kannst.

Weitere News

Alle

Unsere Partner