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Nachhaltigkeit zählt jetzt auch bei Buchungen – das zeigt die Booking.com-Studie für 2026

85 % der Reisenden ist nachhaltigeres Reisen wichtig, und 81 % der Unterkünfte unternehmen bereits etwas dafür. Dennoch kennen 60 % der Anbieter keine unabhängigen Nachhaltigkeitszertifizierungen. Laut einer aktuellen Studie von Booking.com ist dies nicht nur eine Umweltfrage, sondern zunehmend auch eine geschäftliche Angelegenheit.

Der Booking.com-Forschungsbericht 2026 (Creating a More Sustainable Travel and Tourism Accommodation Sector) untersucht, wie Unterkunftsanbieter und Gäste Nachhaltigkeit wahrnehmen und welche Rolle unabhängige Zertifizierungen bei Reiseentscheidungen spielen.

Die Ergebnisse zeigen eine wichtige Veränderung: Es reicht nicht mehr aus, nachhaltige Maßnahmen einzuführen. Diese müssen den Gästen verständlich, glaubwürdig und nach Möglichkeit unabhängig nachweisbar präsentiert werden.

Reisende suchen nachhaltigere Optionen, wollen aber Beweise

Laut der Studie gaben die befragten Reisenden an:

  • 85 % halten nachhaltigeres Reisen für wichtig oder sehr wichtig.

  • 58 % planen, bei ihrer nächsten Buchung die Filteroption für Unterkünfte mit Nachhaltigkeitszertifizierung zu nutzen.

  • 37 % vertrauen nicht darauf, dass als nachhaltiger beworbene Reiseoptionen tatsächlich nachhaltig sind.

  • 41 % wünschen sich klarere Informationen zu Nachhaltigkeitsmerkmalen.

Dies ist eine bedeutende Chance, aber auch eine Warnung für Tourismusunternehmen. Gäste interessieren sich zunehmend dafür, wie ein Hotel Wasser und Energie spart, Abfall reduziert oder lokale Gemeinschaften unterstützt.

Statt allgemeiner „grüner“ und „umweltfreundlicher“ Versprechen suchen sie nach konkreten Maßnahmen und verlässlichen Informationen.

Unterkünfte handeln bereits – Zertifizierungen sind jedoch vielen unbekannt

Laut einer Umfrage von Booking.com mit 3715 Unterkunftspartnern in 18 Ländern halten 82 % der Unternehmen Nachhaltigkeit für wichtig, und 81 % setzen bereits nachhaltige Praktiken um.

Trotzdem haben 60 % noch nie von unabhängigen Nachhaltigkeitszertifizierungen gehört. 2025 lag dieser Anteil noch bei 53 %.

Das Problem ist also oft nicht mangelndes Engagement, sondern die begrenzte Verfügbarkeit von Informationen und praktischer Unterstützung.

Die Studie identifizierte weitere Hindernisse: 26 % der Anbieter sind unsicher über die Rentabilität von Nachhaltigkeitsinvestitionen, und 30 % finden es schwierig, geeignete Alternativen zu den derzeit genutzten Produkten und Dienstleistungen zu finden.

Unterkünfte handeln bereits – Zertifizierungen sind jedoch vielen unbekannt

Unabhängige Nachhaltigkeitszertifizierungen schaffen auch geschäftlichen Mehrwert

Laut dem Bericht von Booking.com sehen Unterkünfte mehrere Vorteile in der Erlangung einer unabhängigen Zertifizierung:

  • 56 % – kann helfen, mehr Gäste anzuziehen, die auf Nachhaltigkeit Wert legen.

  • 46 % – stärkt die Glaubwürdigkeit von Nachhaltigkeitsansprüchen.

  • 42 % – kann sich positiv auf das Gästeerlebnis auswirken.

  • 38 % – kann Kosteneinsparungen bringen, z. B. durch Reduzierung von Energie- und Wasserverbrauch.

  • 35 % – kann einen Wettbewerbsvorteil gegenüber anderen Unterkünften bieten.

2025 verzeichnete Booking.com bereits über 28.000 Unterkünfte mit unabhängigen Nachhaltigkeitszertifizierungen, die mit rund 100 Millionen gebuchten Übernachtungen verbunden waren.

Ein Experiment der Buchungsplattform zwischen September 2025 und März 2026 brachte besonders interessante Ergebnisse. Wenn der Hinweis auf die Nachhaltigkeitszertifizierung nicht angezeigt wurde, war die Anzahl der Buchungen im untersuchten Web- und iOS-Verkehr statistisch signifikant um 0,25 % niedriger.

Das bedeutet nicht, dass jede zertifizierte Unterkunft automatisch mehr Buchungen erhält. Das Ergebnis zeigt jedoch, dass die sichtbare Darstellung einer glaubwürdigen Zertifizierung messbar die Buchungsentscheidungen beeinflussen kann.

Unabhängige Nachhaltigkeitszertifizierungen schaffen auch geschäftlichen Mehrwert

Nachhaltigkeit wird auch im Geschäftstourismus immer wichtiger

Nicht nur Freizeittouristen beschäftigen sich mit diesem Thema. Laut dem Bericht erhalten 16 % der Unterkünfte mit mindestens 11 Zimmern und 20 % der Unterkünfte, die hauptsächlich Geschäftsreisende beherbergen, gelegentlich oder häufig Unternehmensanfragen mit Nachhaltigkeitsanforderungen.

Bei einem Vertriebspartner von Booking.com stieg der Anteil der Übernachtungen in zertifizierten Unterkünften nach der Einführung von Zertifizierungskennzeichnungen von 15 % auf 27 %. Bei einem anderen Partner stieg dieser Anteil von 20 % auf 24 %.

Die Daten deuten darauf hin, dass unabhängige Zertifizierungen auch im Bereich der Geschäftsreisen, bei Beschaffungsverfahren und in Geschäftsbeziehungen an Bedeutung gewinnen können.

Nachhaltigkeit wird auch im Geschäftstourismus immer wichtiger

Wie kann I-DEST dabei helfen?

Eine der wichtigsten Erkenntnisse der Booking.com-Studie ist, dass die Einführung, Messung und glaubwürdige Kommunikation von Nachhaltigkeitsmaßnahmen aufeinander aufbauende Aufgaben sind.

Das I-DEST unterstützt genau diesen Entwicklungsprozess für Tourismusunternehmen und Destinationen.

Mit dem kostenlos verfügbaren, auf GSTC-Kriterien basierenden Nachhaltigkeits-Selbstbewertungsfragebogen können Anbieter ihre eigenen Praktiken überprüfen, Entwicklungsmöglichkeiten identifizieren und ihren Fortschritt verfolgen.

I-DEST ermöglicht auch die Darstellung konkreter Nachhaltigkeitsmaßnahmen: Gäste können sich beispielsweise über Energiesparmaßnahmen, die Nutzung lokaler Produkte, Abfallreduzierung oder barrierefreie Dienstleistungen informieren. Das System zeigt zudem Informationen im Zusammenhang mit den UN-Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDGs) an.

Ein wichtiger Unterschied ist, dass die I-DEST-Selbstbewertung keine unabhängige Nachhaltigkeitszertifizierung ist. Die auf Selbstauskunft basierenden Informationen der Anbieter und die möglicherweise erworbenen Zertifizierungen externer Organisationen müssen getrennt betrachtet werden.

Die Selbstbewertung kann jedoch ein nützlicher Ausgangspunkt für Unternehmen sein, die später einem international anerkannten, unabhängigen Zertifizierungsprogramm beitreten möchten.

Nachhaltigkeit wird zum Wettbewerbsvorteil, wenn sie glaubwürdig sichtbar ist

Laut den Ergebnissen von Booking.com für 2026 ist Nachhaltigkeit nicht mehr nur eine gesellschaftliche Erwartung oder ein Umweltversprechen. Sie wird zunehmend mit der Qualität touristischer Dienstleistungen, dem Vertrauen der Gäste und der geschäftlichen Wettbewerbsfähigkeit verknüpft.

Für Unternehmen ist der nächste Schritt nicht unbedingt eine weitere Großinvestition. Oft reicht es aus, bestehende Maßnahmen zu strukturieren, Ergebnisse zu messen, Lücken zu erkennen und geeignete Zertifizierungsmöglichkeiten kennenzulernen.

Im Tourismus der Zukunft wird es immer weniger darum gehen, wer behauptet, nachhaltiger zu sein, sondern darum, wer dies durch konkrete Maßnahmen und glaubwürdige Nachweise belegen kann.

Quelle: Booking.com – Creating a More Sustainable Travel and Tourism Accommodation Sector, Research Report, 2026. Die Umfrage unter Unterkunftsanbietern wurde mit 3715 Partnern in 18 Ländern im Januar 2026 durchgeführt. Die Ergebnisse zu den Gästen stammen aus einer separaten Studie von Booking.com mit 32.500 Befragten in 35 Ländern und Regionen.

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